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TVO - TURNVEREIN 1888 OBERSUHL

LEICHTATHLETIK

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Ansprechpartner / Abteilungsleiter:
Luisa Wunn (zur Adresse)

Übungsleiter:
Christine Witzel (zur Adresse)

Wettkampf-Meldebüro:
Luisa Wunn, Eisenacher Str. 178, 36208 Wildeck, Tel. 0177-4691132, tvo.meldebuero@web.de

Trainingszeiten, Trainingsort:
Montag:
17.30 Uhr – 19.00 Uhr, Stadion oder Großsporthalle Obersuhl
Mittwoch:
17.30 Uhr – 19.00 Uhr, Stadion oder Großsporthalle Obersuhl
Freitag:
17.30 Uhr 19.00 Uhr, Stadion oder Großsporthalle Obersuhl

r das laufende Jahr 2018 sind folgende Veranstaltungen geplant:
Samstag, 21.04.2018 - 1. Rhädenlauf
Sonntag, 09.09.2018 - 2. Rhädenlauf

Veranstaltungen 2017

So., 23. April 2017, Frühjahrslauf – Bilder gibt's hier ...
Fr./Sa. 30.06. / 01.07. 2017, 2 Tage Hochsprung-Meeting
Sa., 07. Oktober 2017 Rhädenlauf

Weitere Informationen siehe Webseite der Leichtathletik-Abteilung

Eigene Webseite der Leichtathleten:
http://www.tvo-la.de

LAAbteilung2013

Rückblick:
Obwohl der TV Obersuhl im Jahre 1888 als Turnverein gegründet worden war, hat die Leichtathletik ebenfalls eine große Tradition im TVO. Sicher gab es keine eigenen Abteilungen aber Laufen, Springen und Werfen erfreuten sich schon immer großer Beliebtheit bei den aktiven Mitgliedern im Verein und so wurde auch von Anbeginn Leichtathletik von Turnern, von den Handballern oder auch von den Schwimmern im TVO betrieben.

Die Anfänge
Selbständige Abteilungen gab es in den Anfangsjahren nicht – wer im TVO aktiv war, trieb eben den Sport, der sich gerade anbot. Leichtathletische Übungen wurden in der Regel auf den Turnfesten gepflegt und das unter Bedingungen, die sich heute kein Aktiver mehr vorstellen kann. Festwiesen, Gänseweiden und Bolzplätze waren die Kunststoffanlagen von damals. Wir müssen bis ins Jahr 1930 zurückgehen, um auf erste handfeste Ergebnisprotokolle zu stoßen. Und da findet man Leistungen verzeichnet, die sich auch heute noch sehen lassen können: so lief seinerzeit unser langjähriger erster Vorsitzender Adolf Breitbart die 100m in 11,3 Sekunden und er kam im Weitsprung nahe an die 7m Grenze. Einen großen Konkurrenten hatte er in Willi Luckhardt, dessen besondere Stärke der Mehrkampf war. Diese beiden bildeten zusammen mit Hans Wicke und Adam Pfeffer eine Sprintstaffel, die weit und breit keine ebenbürtigen Gegner fand. Nach ihnen waren es dann August und Heinrich Schlosser, Heinrich Schmidt sowie Georg und Erich Bachmann u. a., die ausgezeichnete Erfolge als Leichtathleten errangen. Doch nun warf der drohende zweite Weltkrieg schon seine Schatten voraus und – wie überall – war bald ein geregelter Sportbetrieb nicht mehr möglich.

Nach dem Zusammenbruch ging der TVO zunächst im TSV Eintracht auf, doch brachte diese Fusion nicht die erhofften Ergebnisse. Daher wurde am 09.01.1949 ein „neuer“ TVO mit altem Namen gegründet und von nun an bildeten die Leichtathleten eine eigene Abteilung im Verein, um deren Aufbau sich der Studienrat Heinrich Vernau bis 1954 besonders verdient machte. In dieser Zeit waren Helmut Breitbart, Erwin Deis sowie die Jugendlichen Horst Breitbart, Martin Pfeffer, Wilfried Bach, Heribert Leitner, Willi Kaufmann, Lothar Gewehr und Walter Breitbart geradezu die Aushängeschilder des Vereins und auch erfolgreich, wo immer sie antraten – ob das nun beim alljährlichen und überaus beliebten Kalisportfest in Heringen, bei den Gauturnfesten oder aber auch bei den Kreis-, Bezirks- oder Landesmeisterschaften war. Topathlet war zweifelsohne Horst Breitbart, der mit fast 7m im Weitsprung zur deutschen Spitze zählte und auch in der Lage war, die 100 m unter 11,0 Sekunden zu laufen.

Inzwischen wurde nicht mehr auf einem „Acker“ trainiert, sondern auf der weit und breit bekannten schwarzen Aschenbahn, die in den Nachkriegsjahren von den Mitgliedern unter großen Mühen erbaut worden war und auf der unzählige Veranstaltungen abgewickelt wurden. Hierzu mussten vor jedem Sportfest alle Leichtathleten mit Besen und Rechen ran, um diese durchaus schnelle Bahn wieder herzurichten, zu vermessen und die Markierungen mit Kalk anzubringen.

In dieser Zeit – nach dem Weggang von Studienrat Vernau – waren es die Abteilungsleiter Wilfried Seipp, Siegfried Eiselt und Erwin Deis, die dafür sorgten, dass die TVO Leichtathleten besonders in den Jugendklassen von Erfolg zu Erfolg eilten: Namen wie Walter, Werner und Günther Schlosser, Heinrich Becker, Horst Ziehn, Günter Schmidt, Bodo und Hansi Breitbart sowie Jochen Wüllner, Lothar Schuchardt, Werner Horchler, Gunter und Helmut Bachmann, Karl-Werner Weyh, Wolfgang Meiß, Eckhard Ziehn, Eckhardt Lessmann und Helmut Niebling stehen für diese erfolgreichen Jahre.

In dieser Zeit gab es auch erstmals eine Mädchengruppe, die leichtathletisch für Furore sorgte: Hilde Breitbart, Roswitha Gliem, Heidi Schäfer und Gisela Mohr vermochten die Urkunden, die sie erringen konnten, kaum zu zählen. Leider – und das ist im Grunde bis heute geblieben – hörten viele von ihnen nach der Jugendklasse mit der aktiven Leichtathletik auf oder mussten ihre Karriere aus beruflichen Gründen oder weil sie von Obersuhl wegzogen, beenden. Reisen erfolgten übrigens damals nicht in bequemen VW Bussen oder Pkw´s, sondern in Lieferwagen oder gar mit dem Zug, was einen Start etwa in Fulda bei den Bezirksmeisterschaften oder in Gersfeld beim Rhönturnfest zu einer langwierigen Abenteuerreise werden ließ – oft kam man so platt zum Wettkampf, dass man erst die Glieder sortieren musste. Aber so wurde auch jedes Sportfest zu einem Erlebnis.

Die sechziger Jahre
Zu Beginn der sechziger Jahre hatte Lothar Schuchardt die Abteilung übernommen, die vor allem durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Schule, wo insbesondere Studienrat Heinz Zimmermann immer wieder für Nachwuchsgruppen sorgte, einen regelrechten Boom erlebte. Das Training leitete Günther Schlosser und als der TVO im Jahre 1963 seinen 75. Geburtstag feierte, gab es eine überaus erfolgreiche Mädchengruppe mit Vera Prohaska, Monika Bachmann, Adelheid Schellhas, Renate Bachmann und der viel zu früh verstorbenen Renate Fiehler, um die der TVO weit und breit beneidet wurde. Leider hatte man aber damals kaum noch vertretbare Trainingsbedingungen, denn die gute alte Aschenbahn war praktisch nicht mehr zu gebrauchen. So kam es 1965 gemeinsam mit den Leichtathleten aus Bebra und Rotenburg zur Gründung der LG Alheimer-Obersuhl, die aber für die TVO Athleten wegen der Umstände nach etwa zwei Jahren nicht mehr praktikabel war, was dazu führte, dass man wieder unter dem TVO Wappen an den Start ging.

Trotz der miserablen Voraussetzungen gab es Ende der sechziger Jahre einen großen Leistungsaufschwung, der mit Namen wie Ursula Schlosser, Wilfried Styra, Wolfgang Eiselt, Jochen Tann, Kurt Grunwald, Dieter Lannes, Hartmut Witzel, Helga Kaiser, Gisela Vockenberg, Renate Ziehn, Rita Gutjahn, Karin Lorenz, Helga Möller und Renate Hofmeister verbunden ist. Wo diese TVO Athleten starteten, waren sie vorn und Ursula Schlosser sowie Wilfried Styra zählten damals zur Spitze in der Bundesrepublik! Wenn man sich heute erinnert, wo und wie in diesen Jahren trainiert wurde, kann man die Leistungen von damals kaum glauben: die Aschenbahn war vergrast und wenn Mittelstreckenläufer Wilfried Styra seine Temporunden laufen wollte, musste immer erst in die zugewachsene „Rhädenkurve“ eine Schneise geschlagen werden.

Als Ende der 60er Jahre die ersten Planungen für „einen neuen Rasenplatz mit Laufbahn und Sprunggrube“ von den Obersuhler Gemeindevertretern diskutiert wurden, ahnte wahrhaftig niemand, dass daraus das erste Stadion Hessens und das dritte der gesamten Bundesrepublik mit modernen Kunststoffanlagen werden sollte, das schließlich nach vielen Geburtswehen am 16. Juni 1971 mit einem tollen Sportfest eingeweiht wurde.

Bis heute sind es rund 750 Veranstaltungen, die im Stadion stattgefunden haben. Im Laufe der Zeit wurde das Stadion durch eine Flutlichtanlage erweitert. Erst durch die Anschaffung von drei elektronischen Zeitmessanlagen konnte man den Richtlinien des DLV gerecht werden, damit Rekorde offizielle Anerkennung finden konnten. Hier musste der Verein insgesamt ca. 75.000,00 DM aufbringen. U. a. fanden 5 deutsche Meisterschaften, nahezu 30 hessische bzw. nordhessische Meisterschaften, 230 nationale Meetings – darunter etwa 35 mit internationaler Beteiligung – ungezählte Bezirks- und Kreismeisterschaften sowie die alljährlichen Schulwettkämpfe im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ statt. Im Durchschnitt gab es somit seit 1971 rund 30 Leichtathletik-Veranstaltungen im Jahr – mit allem, was dazu gehört.

Darunter sowohl kleinere Sportfeste mit regionaler Bedeutung wie etwa die beliebten Abendmeetings oder die Laufserien, aber auch Mammutveranstaltungen, die keiner der Beteiligten jemals vergessen wird, weil die den TVO Organisatoren manchmal schon vorher den Angstschweiß auf die Stirn trieben. Erinnert sei hier nur an die deutschen Seniorenmeisterschaften 1975, die mit 1365 Teilnehmern wohl eine der größten Veranstaltungen war, die je in der Bundesrepublik an 2 Tagen in einem Stadion stattfand. Hier wurden sogar kurzfristig Taubenuhren eingesetzt, um die Zeiten zu messen und die elektronische Zeitmessung zu unterstützen. Weiter die wiederholt durchgeführten hessischen Junioren- und B-Jugendmeisterschaften mit rund 1000 Aktiven, die deutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaften, die deutschen Hochschulmeisterschaften oder aber auch die traditionellen TVO Pfingstsportfeste, bei denen stets riesige Starterfelder an einem Tag zu bewältigen waren. In diesem Zusammenhang muss man mal die Namen Günter Schlosser als Hauptorganisator, Karl-Heinz Bürger und Helmut Ziehn erwähnen, welche Tag und Nacht beschäftigt waren, diese Arbeit natürlich mit Ihren unzähligen weiteren Helfern im und um den Verein zu erledigen. Bis zum heutigen Tag gehören die traditionelle Bahneröffnung Ende April, das schon erwähnte Pfingstsportfest , der Saisonausklang im September sowie der Rhädenlauf im Oktober zum festen, jährlichen Bestandteil im Veranstaltungskalender der Leichtathletik.

An dieser Stelle muss einmal gesagt werden, dass diese Sportfeste nur dank der großen Einsatzbereitschaft der zahlreichen Kampfrichter durchgeführt werden konnten und können. Denn solche Sportfeste stehen und fallen mit den Kampfrichtern, von denen 40 bis 50 benötigt werden, um alle Anlagen besetzen zu können. Diese Einsätze dauern dann fast auch einen ganzen Tag und nicht nur eine bis 2 Stunden wie bei anderen Sportarten. Deshalb gebührt den vielen Kampfrichtern, die sich immer wieder zur Verfügung gestellt haben, ein großes Dankeschön, verbunden mit der Hoffnung, dass sie in Zukunft weiter an Bord sein werden. Wir hoffen, dass sich immer mal wieder neue Personen zu diesen Helfer- u. Kampfrichterfunktionen bereit erklären, damit die immer noch weit und breit beliebten TVO Meetings weiter stattfinden können, denn aus gesundheitlichen und altersbedingten Gründen scheiden auch verdiente Kampfrichter mit der Zeit aus.

Die TVO – Asse der siebziger Jahre
Mit den nun vorhandenen tollen äußeren Trainingsbedingungen – zum neuen Stadion kam Anfang 1974 noch die neue Großsporthalle dazu – wuchs im TVO auch eine neue und ungemein erfolgreiche Leichtathletengeneration heran – zunächst unter Karl-Heinz Bürger als neuem Abteilungsleiter, der dann schließlich TVO-Kassenwart wurde und in der Abteilung durch Günther Schlosser abgelöst wurde. Wer erinnert sich nicht noch an die tollen 400m Rennen von Wolfgang Brech oder an die erstklassige Mehrkampftruppe mit Dieter Möller, Gerd Pfeiffer, Burghard Koch und Wolfgang Eiselt oder an die Mittel und Langstreckler Wilfried Styra, Dieter Schmidt, Dieter Kramer, Jürgen Beilfuß, Wolfgang Weber und Klaus-Peter Burger oder an Jürgen Haist, Kurt Eiche, Gerhard Both, Hagen Fischer und Hammerwerfer Fritze Axt? Auch im Nachwuchsbereich sammelten Talente wie Werner Heckmann, Wolfgang Herzog, Wolfgang Weyh, Wolfgang Körner, Bernd Gliem, Fritz Landau, Norbert Schneider, Klaus Bachmann und die Sichler-Brüder Titel über Titel.

Auch bei den Mädchen begann – unter der Trainingsanleitung von Ursula Schlosser und Elisabeth Weber – eine neue Ära: die Mädchenmannschaft mit Helga und Margrit Klinger, Bettina Kaufmann, Heike Weber, Brigitte Maronde, Petra Richter, Susanne Gräf, Gaby Schade und Marion Laun eilten in der gesamten Bundesrepublik von Erfolg zu Erfolg. Zusammen bildeten sie eine fast unschlagbare Mannschaft, die beim Jugend-trainiert-Finale in Berlin in dieser Zeit einmal Bundessieger und im Jahr darauf 2. Bundessieger werden konnte.

Erfolge der achtziger Jahre
Diese tolle Zeit beruhte nicht nur auf einer Anfangseuphorie bedingt durch das neue Stadion und die Großsporthalle, sondern fand in den achtziger Jahren eine nahtlose Fortsetzung, obwohl viele der damaligen Talente zu früh mit der Leichtathletik aufhörten – vor allem aus beruflichen Gründen oder weil sie aus Obersuhl wegzogen. So traten neue Namen in den Blickpunkt wie Rainer und Burkhard Ickler, Stefan und Peter Ebert, Ralf Biehl, Hans- Joachim Löffler, die Gebrüder Ullmann, Jens Pfeiffer oder Achim Felmeden sowie bei den Mädchen Carmen Fliege, Barbara Wolfram, Kerstin Breitbart, Annette Herzog, Petra Bachmann, Verena Schmidt, Ina Fleischmann, Christine Weishaar und das Supertalent Annette Biel, um nur die Erfolgreichsten zu nennen! Oder wer erinnert sich nicht an die Durchführung der Hessischen Meisterschaften mit einem Mammutfeld an Startern und die sehr großen Ergebnisse, welche erzielt wurden. Hier sei nur die Weltjahresbestleistung im Hammerwerfen durch Klaus Ploghaus mit 80,56 m am 27.Juni 1981, welche fast Weltrekord gewesen wäre, erwähnt.

Margrit Klinger – eine TVO Karriere
Die Chronik der TVO – Leichtathletik kann nicht geschrieben werden, ohne die herausragende Bedeutung von Margrit Klinger besonders herauszustellen. Sie gehörte über Jahrzehnte dem TVO an und hat viele Leichtathletikgenerationen überlebt. Sie lief sich in die Weltklasse, errang unzählige große Erfolge in aller Welt, dachte aber trotz phantastischer Angebote aus großen Vereinen nie daran, den TVO zu verlassen. Und nachdem sie ihr chronisches Verletzungspech Anfang der achtziger Jahre überstanden hatte, hat der Verein noch weitere große Taten von ihr erlebt, denn sie hat nie an das Aufhören gedacht. Über ihre Erfolge wurde in der Chronik des Vereines schon ausführlich geschrieben. Bis zum Ende ihrer einzigartigen Karriere ist sie für den TVO gestartet und hat so den Namen unseres Vereins hochgehalten. Im Laufe dieser Chronik wird Margrit Klinger an anderer Stelle nochmals erscheinen.

Eine große Ehre und Verantwortung wurde dem Abteilungsleiter Günther Schlosser vom Deutschen Leichtathletik Verband übertragen. Er wurde als Bundestrainer der Damen über 800 m bzw. 1500 m berufen und ernannt.

Im Jahr 1988 fielen die Sportfeste wegen der notwendigen Bahnreparaturen und Rasenausbesserungen aus. Dass mit der Errichtung des großen Funktionsgebäudes im Jahr 1988, an dem Mitglieder des Vereines aktiv beteiligt waren, nicht nur das Stadion für die Veranstaltungen noch besser als zuvor gerüstet ist, sondern nun auch der Rahmen für die gemütlichen Kampfrichter-Stündchen nach den Veranstaltungen vorhanden ist, sei nur am Rande erwähnt. Trotz dieser erfreulichen Tatsache und trotz des Auftauchens so großartiger Talente wie Thomas Horchler und Regine Schubert, die schon in ihren Altersklassen zur bundesdeutschen Spitzenklasse zu zählen sind, wurden die Perspektiven der Abteilung Leichtathletik im TVO Ende der achtziger Jahre vom Abteilungsleiter eher pessimistisch beurteilt. Immer wieder tauchten großartige Talente in Obersuhl, wie z.B. Thomas Schmatz, auf und die hervorragenden Anlagen standen nach wie vor zur Verfügung. Aber das alles nützt auf die Dauer nichts, wenn sich keine geeigneten Übungsleiter, Trainer und Betreuer zur Verfügung stellen und daran mangelte es, weil altbewährte Kräfte nicht mehr zur Verfügung standen. Dies sprach Günter Schlosser immer wieder in seinen Jahresberichten an. Nach über 30jähriger Tätigkeit in diesem Geschäft begann er langsam zu resignieren, da sich kaum etwas änderte. Jedoch erzielte ein kleiner Kern von aktiven Sportlern, mit wenigen Betreuern, weiter großartige Erfolge.

Die Abteilung LA in den neunziger Jahren
Herbert Kurz aus Gerstungen wurde als neuer Trainer und Abteilungsleiter für die Abteilung gewonnen. Mit einer kleinen Gruppe fing er an, die Abteilung neu aufzubauen. Das Pfingstsportfest 1991 wurde von über 400 Teilnehmern aus den alten und vor allem aus den neuen Bundesländern sehr gut besucht. Neue Namen tauchten auf, wie u.a. Sonja und Isabell Efler, Ursula Miklosi, Alexander Witzel, Michael Jungk, Stefan Strube und Frank Schlosser und erzielten beachtliche Erfolge bei Kreis-, Bezirksmeisterschaften und anderen Sportfesten u.a. in Eisenach, Hersfeld und Kassel.

Mitte der neunziger Jahre wechselte Günter Breitbart vom TV 03 Heringen nach Obersuhl und übernahm das Amt des Abteilungsleiters, zu seiner Stellvertreterin wurde Margrit Klinger. Mit ihm wechselten ca. 10 Athleten von Heringen in unseren Verein. In den folgenden Jahren wurden mit talentierten Leichtathleten Trainingslager in Südtirol durchgeführt. In dieser Zeit wurden wieder zahlreiche Titel auf Kreis- ,Bezirks- ,Nord- , Hessischer- und Bundesebene erzielt, u. a. von Isabell Krämer, Katrin Schuchhardt, Melanie Führer, Diana Fröhlich, Mandy Peter, Kati Kessler, Christoph Freundt, Nadine Fiehler, Larissa Eimer, Luisa Wunn und Christian Brod. Mit diesen Talenten wurden Sportfeste im ganzen Bundesgebiet besucht.

Neben dem Abteilungsleiter zeichnete sich als Trainer, Übungsleiter und Organisatoren besonders Margrit Klinger – hier gab sie u.a. Ihre Erfahrung an junge Talente weiter und Hans Joachim Löffler aus. Die Abteilung blühte wieder enorm auf. Es wurden Sportfeste durchgeführt, an denen Olympiasieger, Welt-, Europa- und Deutsche Meister teilnahmen. Hier seien erwähnt: Franka Dietsch, Steffi Nerius, Silke Renk, Sven Oliver Buder, Nadine Kleinert, Andy Ditmar, Michael Lischka, welche allesamt von einer extra gegründeten Marketingabteilung in der Abteilung gesponsert wurden. Die Abteilung LA wechselte Ende der neunziger Jahre aus organisatorischen Gründen vom Kreis Hersfeld - Rotenburg, in den Werra - Meissner Kreis. Auf die Geschehnisse in der Abteilung Anfang des neuen Jahrtausends wurde in der Chronik schon hingewiesen. Leider verließen darauf hin einige Athleten den Verein und somit musste wieder ein Neuanfang geschafft werden.

Die Abteilung Leichtathletik bis zum heutigen Tag
Im Anschluss an die Ereignisse wurde am 28.09.2001 Horst Eimer zum neuen Abteilungsleiter gewählt, der dieses Amt bis zum heutigen Tag inne hat. Im gleichen Jahr wurde als neuer Trainer Peter Grüneberg für den Verein gewonnen und es konnten gleich 39 Kreismeistertitel errungen werden. Es wurden Schnupperkurse für Kinder durchgeführt und es entstand wieder eine größere Abteilung. Durch neue Sponsoren wurden einheitliche Trikots und Trainingsanzüge angeschafft.Um auf den neuesten Standard zu sein und um den Richtlinien des DLV gerecht zu werden, musste der Verein Gerätschaften in den letzten 10 Jahren wie Speere, Kugeln, Eich- und Messinstrumente usw. für über 10.000,00 Euro anschaffen, damit Sportfeste stattfinden konnten und um in die Bestenlisten aufgenommen zu werden.

Im Jahr 2003 fanden die Nordhessischen Schülermeisterschaften in unserem Stadion statt, wobei diese nur von Kampfrichtern des Vereines organisiert wurden. Im gleichen Jahr wurden 46 Athleten (zwischen 6 und 70 Jahren) mit Ihren Leistungen in die Kreisbestenliste aufgenommen und 14 Sportler fanden sich, zum Teil mehrfach, in der hessischen Bestenliste unter den Besten zehn wieder. Margrit Klinger erhielt nach Christine Witzel (1999) die Trainerlizenz.

Im darauf folgenden Jahr beteiligten sich unsere Athleten an 23 Sportfesten im ganzen Bundesgebiet. Es tauchten 45 Athleten mit 221 Nominierungen unter den besten zehn in der Kreisbestenliste auf, die 24 Kreismeisterschaften erringen konnten. Hierbei erwiesen sich Daniela Stracke mit 5, Franziska Biehl und Luisa Wunn jeweils mit 4 Titeln, als sehr erfolgreich. In Hessen sind Gesine Sichler, Franziska Biehl, Andrea Bornschier, Luisa Wunn, Annika Vockenberg und Jonas Kirschstein unter den besten zehn zu finden.

Im Jahr 2005 errang Philipp Schaper 7, Franziska Biehl und Daniela Biehl 5 und Gesine Sichler 3 Kreismeistertitel, von insgesamt 34 für den Turnverein. In der hessischen Bestenliste waren ganz vorne Daniela Stracke, Malte Schmidt-Wecken, Philipp Schaper, Franziska Biehl, Lukas Gießler und Luisa Wunn vertreten. Wegen der Sanierung der Bahn, fanden in den Jahren 2007 und 2008 keine Sportfeste statt. An unzähligen Sitzungen, an den das Land Hessen, der Kreis und die Gemeinde beteiligt waren, nahmen Horst Eimer und Bernd Gliem vom Verein teil, bis die Finanzierung und schließlich die Bewilligung für eine neue Kunststoffbahn standen. Es entstand eine neue Kunststoffanlage mit dem ausgewählten Belag, der den Ruf hat, sehr schnell zu sein. Der Verein musste an Sachleistungen 30.000,00 Euro aufbringen, damit die Gesamtfinanzierung von über 600.000,00 Euro zustande kam. Dies wurde von Mitgliedern des Vereines in über 600 Arbeitsstunden bewältigt.

Sehr erfreulich sind die 17-fachen Nominierungen von 11 Athleten in der nordhessischen Bestenliste im Jahr 2007. Dabei sind Gesine Sichler mit 5 Platzierungen und Tim Niebergall mit einem zweiten Platz besonders zu erwähnen. Als lizenzierte Trainerin kam noch Larissa Eimer und als Übungsleiterinnen Isabell Krämer, Luisa Wunn und Katrin Schuchardt hinzu. Am 06.09.2009 war es endlich so weit. Die Kunststoffanlage wurde abgenommen und sofort für den Sport frei gegeben (zur Erinnerung: das letzte Sportfest fand am 17.09.2006 statt). Am gleichen Tag erfolgte das erste Sportfest mit über 200 Teilnehmern. Somit finden ab 2010 wieder unsere vier jährlichen Sportfeste, wie schon erwähnt, statt. Seit dieser Zeit häufen sich auch wieder die Erfolge der TVO-Athleten. Mit Max und Tim Niebergall aus Friedewald, Christin Jacob und Leonhard Fleischer aus Gerstungen, Katharina Krol und Jonas Darr aus Berka, Jonas Mötzing und Emily Zaba aus Bosserode sowie Paul Sauer aus Obersuhl gibt es wieder erfolgreiche Athleten. Dies sah man an 125 Eintragungen in der Kreisbestenliste und mehreren Eintragungen in der Nordhessischen Bestenliste. Paul Sauer war mit seiner Weitsprungleistung in der Hessischen Bestenliste vertreten. Er war der erfolgreichste Athlet im Jahr 2010 mit mehreren Kreistiteln. Ebenfalls Leistungen in der Nordhessischen Bestenliste verzeichneten Tim und Max Niebergall. Außerdem starteten Jana v. Trott und Simon Taubert bei den Hessischen Meisterschaften.

Auch im Jahr 2011 war Paul Sauer erfolgreichster Athlet. Er war diesmal mit 3 Leistungen in der Hessischen Bestenliste und 5 Leistungen in der Nordhessischen Bestenliste vertreten. Außerdem war er 5 x Kreisbester in seiner Altersklasse und holte erneut mehrere Kreistitel. Er war der erfolgreichste Athlet in seiner Altersklasse im Kreis. Auch Max Niebergall war mit 2 Leistungen in der Hessischen und Nordhessischen Bestenliste vertreten. Es gab weiter 5 Platzierungen u.a. auch von Jonas Mötzing und Tim Niebergall. Insgesamt gab es 5 Platzierungen in der Hessischen Bestenliste, 21 in der Nordhessischen und 108 in der Kreisbestenliste. Außerdem gingen 13 Kreismeistertitel nach Obersuhl. Erfolgreich ist auch Familie Gießler im Laufbereich. So nahmen Jürgen, Lukas und Moritz Gießler am Nordhessen Cup teil und erliefen dort viele vordere Plätze. Weitere erfolgreiche Athleten waren Christin Jacob, Katharina Krol, Laura Fehr, Emily Zaba und Susan Siebert sowie Daniel Sandrock, Jonas Darr, Leonhard Fleischer und Johannes Jacob.

Bei den deutschen Meisterschaften in Kassel stellte der TVO vier Kampfrichter: Christine Witzel, Manfred Strube, Horst Eimer und Thomas Riemer. Ein ähnliches Bild im Jahr 2012. 5 Platzierungen in der Hessischen, 31 Platzierungen in der Nordhessischen und 96 in der Kreisbestenliste. Mit Max Niebergall, Christine Witzel und Christin Jacob nahmen drei Athleten des TVO an den Hessischen Meisterschaften teil. Max Niebergall und Christine Witzel erreichten hier jeweils einen hervorragenden 4. Platz. 12 Teilnehmer wurden bei den Nordhessischen Meisterschaften verzeichnet. Max Niebergall errang einen Nordhessischen Meistertitel, 15 Kreismeistertitel und 11 Vizekreismeistertitel. Auch in den Bestenlisten war er folglich häufig vertreten: Platz 2 im Hochsprung in der Hess. Bestenlisten, Platz 1 im Block, Platz 2 im Hochsprung und Hürden sowie 4 weitere Platzierungen in der Nordhessischen Bestenliste. Als logische Konsequenz wurde er zum Sportler des Jahres geehrt. Im Laufbereich schaffte Lukas Gießler eine Eintragung in die Hessischen Bestenlisten. Weitere erfolgreiche Athleten waren Paul Glock, Daniel Sandrock, Moritz Gießler, Leonhard Fleischer, Susan Siebert, Laura Fehr, Katharina Krol und Paul Sauer.

Neben den bekannten Sportfesten hat der TVO für das Jubiläumsjahr die Durchführung der nordhessischen Meisterschaften für Senioren, Männer, Frauen und der Altersklassen U 20 und U 18 am 16. Mai im Stadion von Obersuhl übertragen bekommen. Zur Zeit werden ca. 80 Athleten von den Trainern bzw. Betreuern Christine Witzel, Larissa Eimer, Isabell Krämer und Luisa Wunn betreut, welche durchschnittlich im Jahr zu zusätzlich 15 Veranstaltungen mit den Sportlern fahren. Dazu findet jährlich noch ein Trainingslager statt. Die Abteilung veranstaltet jährlich ein Sommerfest mit Zelten und eine Winterwanderung. Alle zwei Jahre wird eine Kampfrichterschulung durchgeführt, um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Leichtathletik im TVO – ein Ausblick
Wenn man sich die Entwicklung in der Leichathletik in den letzten Jahren vor Augen führt, merkt man, dass es dem Verein immer gelungen ist, eine Schar von Sportlern für diese schöne Sportart zu begeistern. Dies ist einerseits auf die sehr guten Sportstätten und anderseits auf die Trainer, Betreuer und den Abteilungsvorstand zurück zuführen. Jedoch ist bei dieser Sportart, wo sich jeder einzeln durchbeißen muss, immer wieder zu merken, dass großartige Talente viel zu früh aufhören. Mag sein, dass diese keine Lust mehr haben sich zu `quälen ` oder zu anderen Sportarten wechseln. Andererseits gehen Sportler, wenn Sie die Schule wechseln, zu anderen Vereinen oder hören spätestens bei der Berufswahl ( meistens örtlich bedingt ) auf.

Noch gelingt es dem TVO, Sportfeste nur mit eigenen Kampfrichtern auszurichten, was in Deutschland wohl seines gleichen sucht. Dies sollte auch weiterhin geschehen, um evtl. in Zukunft wieder von größeren Taten einheimischer Starter berichten zu können, damit die Motivation wieder neue Schübe bekommt. Jedoch kommt der so genannte „Harte Kern“, das heißt ein Teil des Abteilungsvorstandes, Kampfrichter ( zum Teil üben diese Ihre Tätigkeit über 40 Jahre aus ) in die Jahre. Hier muss auch in Zukunft darauf geachtet werden, neue Personen auf diese Arbeit vorzubereiten und zu begeistern, wie dies für die Kinder als Sportler auch gilt. Dann sollte es in der Zukunft keine Angst um den Fortbestand der schönen Sportart Leichtathletik im Turnverein Obersuhl geben.


 

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